Ganzjahreshaus oder Sommerhaus: Hauskauf auf Bornholm – so geht’s

Beim Hauskauf auf Bornholm muss man zwischen zwei Kategorien unterscheiden: Zwischen einer ganzjährig genutzten Immobilie und einem Haus als Ferien- oder Sommerhaus.

Wie kann ich als Ausländer ein ganzjährig genutztes Haus auf Bornholm kaufen?

Voraussetzung:

  • Normaler Angestellter in Dänemark
  • Selbständiger Arbeitnehmer mit angemeldeter Firma in Dänemark
  • Rentner mit genügend Einkommen und Wohnsitz in Dänemark

Bedingungen für den Erwerb einer ganzjährig genutzten Immobilie (Erstwohnsitz):

  • Aufenthaltsbewilligung bzw. Kopie des Passes
  • Arbeitsvertrag bzw. Übersicht über seine Einkünfte (inkl. Pension/Rente)
  • Informationen/Übersicht zur Finanzierung des Hauses (sei es ein Kredit oder Eigenmittel)
  • Erklärung über die Errichtung des Erstwohnsitzes in der gewünschten Immobilie (Antrag an die Zivilbehörde, pro Forma-Sache, geht über den Makler)

Wie kann ich ein Sommerhaus bzw. Freizeithaus auf Bornholm kaufen?

Eigentlich gar nicht. Laut der dänischen Sommerhausregel können Ausländer keine Immobilie zur Nutzung als Sommerhaus bzw. Zweitwohnsitz erwerben. Allerdings werden pro Jahr einige ganz wenige Ausnahmen gemacht. Grundprämisse: Eine sehr enge Bindung zu Dänemark seitens des möglichen Käufers.

Bedingungen für den Erwerb einer Immobilie zur Nutzung als Sommerhaus bzw. Freizeithaus (Zweitwohnsitz):

  1. Prinzipielle Erlaubnis des Justizministeriums bzw. der Civilstyrelsen (Zivilbehörde) zum Erwerb eines Sommer- bzw. Freizeithauses. Ohne diese schriftliche Erlaubnis geht gar nichts. Antrag hier auf Dänisch (opens in a new tab)”>–> Antrag hier auf Dänisch

    Um diese Erlaubnis zu erlangen, empfehlen die Maklerbüros Nybolig und danbolig, dass man sich einen hier ansässigen dänischen Anwalt nimmt, um gemeinsam den Antrag auszufüllen und dann an die Behörde abzuschicken.

    Der kritischste Punkt hierbei ist nämlich: Der Nachweis bzw. die Dokumentation über meine Verbindung beziehungsweise meinen Bezug zu Dänemark – hier geht es der Behörde darum, dass man eine ganz enge Bindung zum Land Dänemark nachweisen kann.

    Dabei muss ich jeden einzelnen Urlaub seit meiner Kindheit auflisten. Wenn ich zusätzlich Verwandte oder Familie oder Freunde in Dänemark hat, die ggfs. die Verbindung bestätigen können, dann ist das schon besser. Dänische Sprachkenntnisse sind ebenfalls ein Pluspunkt.

    Letztlich entscheidet die Behörde aber im Alleingang, ob sie die Erlaubnis erteilt oder nicht.
  2. Wenn dann die prinzipielle Genehmigung der Behörde da ist: Erst dann kann ich zum Makler meines Vertrauens gehen und das Wunsch-Objekt auswählen.
  3. Dann muss man nochmals die Civilstyrelsen für diesen Einzelfall um Erlaubnis fragen: Die Behörde stellt dann die endgültige Kauferlaubnis aus (dabei wird beispielsweise noch das Objekt an sich angeschaut, ob es tatsächlich auch nur ein Sommer- bzw. Freizeithaus ist). Das geht dann aber meist direkt über den Makler und ist eher eine pro Forma-Angelegenheit.
  4. Wenn diese Einzelfall-Genehmigung dann endlich da ist: Dann kann man das Sommerhaus kaufen und das Haus dann maximal 26 Wochen im Jahr selber als Freizeithaus / Sommerhaus nutzen.

Weshalb dürfen Ausländer im Ausgangspunkt keine Sommerhäuser in Dänemark kaufen?

1959 hat man in Dänemark ein Gesetz zum Erwerb von Immobilien und Sommerhäusern beschlossen. Hierin war verankert, dass man als Ausländer nur dann Immobilien in Dänemark – hierunter auch Sommerhäuser – erwerben konnte, wenn man sich länger als 5 Jahre in Dänemark aufgehalten hatte. 

1972, als Dänemark der EG beitrat, wurde das Gesetz weiterhin beibehalten. Der Grund war offenbar der, dass damals die D-Mark so stark war, dass die Dänen quasi einen kompletten Aufkauf der dänischen Westküste durch die Deutschen befürchteten.

1992, zum Maastricht-Vertrag, hielt Dänemark weiterhin an diesem Gesetz fest und nahm es als Protokoll zum Vertrag auf. 

Zwar dürfen EU-Ausländer inzwischen ganzjährig genutzte Immobilien erwerben, auch wenn sie sich weniger als 5 Jahre in Dänemark aufgehalten haben – müssen aber ihren Erstwohnsitz in Dänemark anmelden. Das Verbot zum Erwerb von Sommerhäusern gilt aber nach wie vor.Neben den vier Vorbehalten zur Rechts- und Polizeizusammenarbeit, der Verteidigungszusammenarbeit, der Unionsbürgerschaft und der Eurozusammenarbeit, ist das quasi der 5. EU-Vorbehalt der Dänen.

(Bild: Jesper Mørkenborg, Pixabay)

Weitere Informationen in Dänisch und Englisch:
http://civilstyrelsen.dk/da/Erhvervelse%20af%20fast%20ejendom.aspx

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